Kurze Bilanz zu Sturmtief „Roxana“

Am Sonntag, den 06. Februar kam es nach „Nadine“ zu einem weiteren Sturm. Nachdem wir gestern schon das Rückseitenwetter am Montag betrachteten, soll heute der Fokus nochmal auf dem Sturm an sich liegen.

Auf der nebenstehenden Karte sehen wir die Position des Sturmtiefs über Skandinavien. Zusammen mit dem Azorenhoch kommt es zu zu einer klassisch starken Westströmung mit Sturmpotenzial. Beim Verhältnis Azorenhoch-Islandtief spricht man vom NAO-Index. Dieser ist aktuell klar positiv, was bedeutet, dass die Wetterlage sehr zonal (West-Ost-Ausrichtung) ausgerichtet ist. Je nach Einfluss der Tiefdruckgebiete ist es stürmisch/regnerisch oder einfach nur trüb.

Der Wind spielte diesmal eine eher untergeordnete Rolle. Die Windspitzen in Sachsen:

  • 119 km/h auf dem Collmberg (LK Nordsachsen, stark exponierte Lage)
  • 107 km/h in Chemnitz
  • 95 km/h in Zinnwald-Georgenfeld (LK SOE)
  • 86 km/h in Leipzig (Flughafen)
  • 83 km/h in Dresden (Flughafen)

Der Collmberg in Nordsachsen kann immer für einer Abschätzung des Potenziales einer Sturmlage herbeigezogen werden, da die Messstation sehr exponiert ist. Durch fehlende Durchmischung konnten sich die Böen in Orkanstärke diesmal allerdings kaum bis ins Flachland durchsetzen.

Ein weiterer Punkt war diesmal der Niederschlag. In Westdeutschland, speziell in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, kamen teilweise hohe Regensummen zusammen, oft ein ganzes Monatssoll an nur einem Tag. Spitzenreiter bei den Regensummen war Königsbach-Stein (BW) mit fast 60 Litern in 24 Stunden, was lokal zu Überflutungen führte. In unserer Region blieb es regentechnisch entspannter. Im Ost-Erzgebirge wurden Summen von 10 bis 20 l/m² gemessen, weiter im Flachland waren es oft nicht einmal 10 Liter. Eine Ausnahme bildete aber die Sächsische Schweiz und das Zittauer Gebirge. Durch langanhaltende Stauniederschläge fielen hier teils bis zu 30 l/m² Niederschlag.

Die Schäden durch Sturm hielten sich in der Regel in Grenzen, es blieb meist bei einzelnen umgestürzten Bäumen und entsprechenden Auswirkungen, allerdings auch einigen Verletzten. Ein paar Links dazu, auch mit einem ausführlicherem Bericht zu den Hochwassern:

Links jeweils abgerufen am 10. Februar

Ein Gedanke zu „Kurze Bilanz zu Sturmtief „Roxana“

  1. Pingback: Klassisches Rückseitenwetter mit langlebigen Schauerzellen | Wetter Osterzgebirge

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