Archiv für den Monat März 2022

Trockenes Hochdruckwetter dauert an – Sonnenschein-Rekord geknackt

Seit Ende Februar herrscht in weiten Teilen der Region trockenes und meist sehr sonniges Hochdruckwetter. Eine Ausnahme bildete das erste Märzwochenende sowie die Monatsmitte mit einem Kaltlufteinbruch bzw. etwas Regen.

Beim Niederschlag war der März bisher wesentlich zu trocken. Verglichen mit anderen Bundesländern steht Sachsen allerdings noch relativ gut da. Ein paar Zahlen aus der Region:

Quelle: DWD Opendata

In etwa sind in den meisten Orten ca. 10 bis 20 Prozent des langjährigen Mittels gefallen. Das sächsische Flächenmittel liegt aktuell bei knapp 20%, was auf etwas mehr Niederschlag im Westen des Bundeslandes zurückzuführen ist. In Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs gab es im gesamten Monat noch gar keinen Niederschlag, in Berchtesgaden sind immerhin lokal schon über 30 l/m² gefallen. Die Waldbrandgefahr ist erneut hoch, sie liegt bei Stufe 3 bis 4.

Der Dürremonitor des UFZ zeigt, verglichen mit den Vorjahren, in einigen Teilen des Landes wieder eine schwere Dürre an:

Dürresituation Gesamtboden; (c) ufz.de

Die Bodenfeuchte ist im Erzgebirgsvorland aber vertretbar und noch wenig besorgniserregend. Lehmiger Boden ist noch relativ gut gesättigt, unter lehmigen Sand (zweite Grafik) liegt die nutzbare Feldkapazität bei 60% bis 90% (mit den niedrigeren Werten im Dresdner Raum).

Temperaturmäßig ist der März aktuell leicht zu mild. Die Abweichungen reichen von +0,5 K in Deutschneudorf-Brüderwiese bis +1,8 K in Lichtenhain-Mittelndorf (Flächenmittel Sachsen: +1,0 K; bezogen auf das Mittel 1961-1990). Die Grünlandtemperatursumme von 200 K ist im Elbtal bereits Mitte März erreicht worden, im Erzgebirge wird sich der Vegetationsbeginn noch einige Zeit hinziehen (GTS Zinnwald-Georgenfeld: 61,9 K; Stand 25. März).

Einen neuen Rekord hat der Monat bereits aufgestellt: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es so sonnig wie in diesem März. Im Deutschlandmittel gab es im März schon 200 Sonnenstunden (Stand 25. März). Der bisherige Rekord stammt aus 1953.

Die Niederschlagssituation wird sich in den kommenden Tagen voraussichtlich etwas entschärfen. Das Wetter wird unter Tiefdruckeinfluss zunehmend unbeständiger und Regen wird erwartet. Nächste Woche könnte es zu einem markanten Kaltlufteinbruch mit Schnee bis in tiefere Lagen kommen, das ist allerdings noch sehr unsicher. Anschließend wird es aber wohl wieder wärmer.

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Saharastaub trübt den Himmel

Vielen ist es sicherlich aufgefallen: Der Himmel wirkte in den letzten Tagen oft milchig-gelblich und die Sonne hatte es oft schwer. Ursache war eine massive Saharastaub-Wolke, über Deutschland ist das in dieser Ausprägung definitiv nichts alltägliches.

http://www.wetter3.de ; bearbeitet

Ursache für den großräumigen Saharastaub war ein Tiefdruckgebiet (sog. Cut-Off) über Marokko und Spanien. Dieses beförderte den Wüstensand nach Spanien, Frankreich und schließlich auch Mitteleuropa. Der Wüstenstaub erreichte großflächig eine Konzentration von deutlich über 650 mg/m², siehe dazu eine kurze Analyse im Wetterzentrale-Forum mit den Daten des ZAMG (Österreichischer Wetterdienst). In Deutschland war speziell der Südwesten betroffen. Diese Bilder aus der Schweiz zeigen eindrucksvoll die Dimensionen und Auswirkungen der Staubwolke:

Wenn der Staub aus der Atmosphäre ausgewaschen wurde (z.B. durch Schnee oder Regen) fühlte man sich fast schon wie in der Wüste:

Als Folge konnte sich die Sonne in den betroffenen Gebieten oft kaum durchsetzen. Entsprechend blieben die Temperaturen hinter den Erwartungen zurück. Im Schwarzwald beispielsweise war es am 17. März ganze 8 Grad kälter als von den Modellen vorhergesagt. Hier wird deutlich dass die Wettermodelle, trotz oft sehr guter Leistungen, keinen Meteorologen gänzlich ersetzen können. Ein gutes Beispiel dafür sind auch sommerliche Gewitterlagen: Wettermodelle können zwar Prognosen auf Grundlage von Daten abgeben, eine echte Einschätzung kann aber nur mit (empirischer) Erfahrung abgegeben werden.

Abgesehen vom Saharastaub gab es in den vergangenen Tagen den (meist) ersten Niederschlag des Monats. Die Summen beliefen sich dabei auf 6 bis 13 l/m². Durch die Zugbahn der Niederschlagsgebiete bekam das Erzgebirge diesmal am wenigsten Regen ab, dort gab es auch etwas nassen Schnee. Am 17. März um 07 Uhr meldete die automatische Wetterstation in Zinnwald-Georgenfeld 22 cm Schneehöhe. Aktuell taut es wieder.

Sonniges Hochdruckwetter mit eisigen Nächten – kein Niederschlag in Sicht

Seit Ende Februar haben wir es – im Gegensatz zum von Tiefdruck geprägtem Wetter im Januar und Februar – mit kräftigen Hochdruckgebieten zu tun. Die Luftmassen kommen aktuell aber noch aus Ost bzw. Nordost, was zur Folge hat, dass es speziell in den Frühstunden noch sehr kalt ist.

Die obenstehende Karte zeigt die Wetterlage vom 08. März. Vom südlichen Skandinavien bis zum Mittelmeer liegt das Hochdruckgebiet „Martin“. Noch vor wenigen Stunden lag das Zentrum des Hochs westlich von uns, was die Nordöstliche Strömung verursacht hat. Die Ausläufer eines Tiefdruckgebietes störten am vergangenen Wochenende zeitweise das Hochdruckwetter, lokal gab es etwas Schnee und sogar Dauerfrost. Am 06. März lag das Flächenmittel der Höchsttemperatur in Sachsen bei nur 0,5°C. Dippoldiswalde-Reinberg (Tx -0,5°C) und Zinnwald-Georgenfeld (Tx -5,1°C) blieben beispielsweise ganztägig im Dauerfrost, ebenso am 04. März.

Wie schon angesprochen sind aktuell insbesondere die Frühstunden äußerst kalt mit teilweise zweistelligen Minusgraden. Eine Übersicht der bisher tiefsten Tiefsttemperaturen der Region in diesem März:

  • Deutschneudorf-Brüderwiese: -10,6°C (02. März)
  • Zinnwald-Georgenfeld: -8,8°C (01. März)
  • Dippoldiswalde-Reinberg: -6,8°C (02. März)
  • Dresden-Strehlen: -6,1°C (03. März)
  • Lichtenhain-Mittelndorf: -6,0°C (03. März)

Keine einzige Wetterstation in Sachsen meldete bisher auch nur einen einzigen Tag ohne Frost in diesem März. Dementsprechend weist der März bei der Temperatur aktuell auch eine negative Abweichung (ca. -1 Grad) auf.

Auch die nächsten Tage werden weiter vom Hochdruckwetter dominiert. Dabei wird es auch zunehmend milder, da aus Westen Tiefdruckgebiete aufdringlicher werden und es langsam zu einer milden Südwestströmung kommt. Höchsttemperaturen von 10 bis 15 Grad sind zu erwarten. Zudem bleibt es weiter sehr trocken – der GFS Hauptlauf berechnete heute morgen ein Andauern der Hochdrucklage bis zum Ende der Berechnungen. Dies würde zweifellos bedeuten, dass sich der März zu den trockensten der vergangenen Jahre gesellen würde. Noch ist aber natürlich nichts sicher, erst recht nicht die Niederschlagswahrscheinlichkeit in zwei Wochen. Sollte es aber tatsächlich so oder so ähnlich kommen, würde das eine enorme Belastung der Vegetation bedeuten.

Rückblick auf den Winter 2021/2022

Der Winter war für viele alles andere als eines: winterlich. Viel zu mild, ziemlich regnerisch, kaum Schnee und brachte im Flachland nur zwei Tage mit Dauerfrost zustande. Ein kurzer Rückblick.

Sonnenuntergang am 31. Dezember

Der Winter schließt im Deutschlandmittel ca. 3 Grad zu warm ab (verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990). Desweiteren war es deutschlandweit zu nass, aber auch zu sonnig. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es in der Pressemitteilung des DWD vom 28. Februar 2022.

Quelle: DWD Opendata

Ab etwa Mitte Dezember deutete sich für den Zeitraum zwischen 4. Advent und Silvester eine außergewöhnliche Wetterlage an. Die Modelle berechneten einheitlich eine massive Luftmassengrenze mit enormen Schneemengen – ähnlich wie im Februar 2021. Doch es sollte anders kommen. Wenige Tage vor prognostiziertem Eintreffen der Lage wurde die Luftmassengrenze zunächst zeitlich nach hinten geschoben, bis die Modelle zurückruderten und nichts mehr von einer Unwetterlage durch Schnee übrig war. Dennoch kam es zur Luftmassengrenze, unter anderem in Sachsen gab es am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag Schnee und Kälte. Das erste mal nach 2012 gab es wieder weiße Weihnachten – immerhin gebietsweise. In Dippoldiswalde-Reinberg wurden am Morgen des 26. Dezember 2021 -18,9°C gemessen, deutschlandweit betrachtet landet die Station auf Platz 3 der tiefsten Temperaturen des vergangenen Winters (DWD-Stationen).

Ein eisiger Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages am Poisenwald bei Freital (ca. 300 m. ü. NN)

Ähnlich wie schon im Februar 2021 kam es nach den zwei einzigen Dauerfrosttagen im Flachland zum Milddurchbruch. Zu Silvester war es mit flächig deutlich über 10 Grad extrem mild. Auch in Dresden-Strehlen wurden knapp 16,8°C gemessen, Rheinfelden in Baden-Württemberg meldete sogar 18,2°C. Der Januar verlief relativ ruhig und mild, der Februar war geprägt von der Sturmserie und entsprechend milden Temperaturen.

Fazit: Der Winter war für viele Regionen im Tiefland ein völliger Totalausfall. Hier hätte man auch eher von drei zusätzlichen Monaten Novemberwetter reden können. Nachtfrost und etwas Reif war oft das höchste der Gefühle. Das Bergland hingegen erlebte über weite Teile hinweg bestes Winterwetter mit viel Schnee, ein typischer Berglandwinter mal wieder.

Winterwetter am 22. Januar an der Kohlkuppe (617 m ü. NN) bei Oberfrauendorf