Saharastaub trübt den Himmel

Vielen ist es sicherlich aufgefallen: Der Himmel wirkte in den letzten Tagen oft milchig-gelblich und die Sonne hatte es oft schwer. Ursache war eine massive Saharastaub-Wolke, über Deutschland ist das in dieser Ausprägung definitiv nichts alltägliches.

http://www.wetter3.de ; bearbeitet

Ursache für den großräumigen Saharastaub war ein Tiefdruckgebiet (sog. Cut-Off) über Marokko und Spanien. Dieses beförderte den Wüstensand nach Spanien, Frankreich und schließlich auch Mitteleuropa. Der Wüstenstaub erreichte großflächig eine Konzentration von deutlich über 650 mg/m², siehe dazu eine kurze Analyse im Wetterzentrale-Forum mit den Daten des ZAMG (Österreichischer Wetterdienst). In Deutschland war speziell der Südwesten betroffen. Diese Bilder aus der Schweiz zeigen eindrucksvoll die Dimensionen und Auswirkungen der Staubwolke:

Wenn der Staub aus der Atmosphäre ausgewaschen wurde (z.B. durch Schnee oder Regen) fühlte man sich fast schon wie in der Wüste:

Als Folge konnte sich die Sonne in den betroffenen Gebieten oft kaum durchsetzen. Entsprechend blieben die Temperaturen hinter den Erwartungen zurück. Im Schwarzwald beispielsweise war es am 17. März ganze 8 Grad kälter als von den Modellen vorhergesagt. Hier wird deutlich dass die Wettermodelle, trotz oft sehr guter Leistungen, keinen Meteorologen gänzlich ersetzen können. Ein gutes Beispiel dafür sind auch sommerliche Gewitterlagen: Wettermodelle können zwar Prognosen auf Grundlage von Daten abgeben, eine echte Einschätzung kann aber nur mit (empirischer) Erfahrung abgegeben werden.

Abgesehen vom Saharastaub gab es in den vergangenen Tagen den (meist) ersten Niederschlag des Monats. Die Summen beliefen sich dabei auf 6 bis 13 l/m². Durch die Zugbahn der Niederschlagsgebiete bekam das Erzgebirge diesmal am wenigsten Regen ab, dort gab es auch etwas nassen Schnee. Am 17. März um 07 Uhr meldete die automatische Wetterstation in Zinnwald-Georgenfeld 22 cm Schneehöhe. Aktuell taut es wieder.

5 Gedanken zu „Saharastaub trübt den Himmel

  1. Pingback: Trockenes Hochdruckwetter dauert an – Sonnenschein-Rekord geknackt | Wetter Osterzgebirge

  2. meteoHRO

    Habe deine tolle Seite auch gerade entdeckt und vieles gelesen. Sehr schön! Werde sie auf meinem Portal auch mit aufführen 🙂

    Gefällt mir

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