Von der Hochdruckbrücke und einem Kaltlufttropfen

Sonnenanbeter kommen dieser Tage gänzlich auf ihre Kosten, bis auf den Samstag schien die Sonne in der vergangenen Woche fast von früh bis spät. Die Temperaturen pendeln auf einem sommerlichen Niveau und die Trockenheit geht weiter.

In der obigen Galerie sehen wir die Entwicklung der Großwetterlage der vergangenen fünf Tage. Zunächst hat sich von den Azoren bis nach Sibirien eine umfangreiche Hochdruckzone entwickelt, im Großwetterlagenkatalog nach Hess und Brezowski wird diese Wetterlage Hochdruckbrücke Mitteleuropa genannt. Durch einen Trogvorstoß über dem östlichen Nordatlantik sowie die Entwicklung eines Kaltlufttropfens über Ost-/Mitteleuropa wurde die Hochdruckbrücke durchbrochen und es hat sich wieder die bekannte Wetterlage des bisherigen Sommers eingestellt, der Trog Westeuropa. Er pumpt wieder subtropische Heißluft nach Mitteleuropa.

Nach der großen Hitze Anfang August mit Höchsttemperaturen von bis zu 37°C kühlte es in der vergangenen Woche etwas ab. Die Ostströmung hat zur Folge, dass es nur mäßig warm wurde, die 30°C-Marke wurde nach dem 05. August bisher nicht mehr erreicht. Auch die Tiefsttemperaturen waren äußerst angenehm und gut zum Durchlüften, das Erzgebirge meldete sogar mehrfach Frost. Selbst in Dresden gab es zeitweise nur einstellige Tiefsttemperaturen.

Altocumuli am 11. August 2022

Angesprochen wurde bereits der Kaltlufttropfen, in der Meteorologie auch gerne als „Höhen-Ei“ bezeichnet. Diese erschweren die Wettervorhersage erheblich, da ihre Zugbahn nur schwer zu berechnen ist. Unter einem Kaltlufttropfen versteht man eine Art „Blase“ mit kälterer Luft in der Höhe, welche gerne für starke Bewölkung, Regen oder, je nach Setup, auch für Gewitter sorgt.

Sonnenaufgang am 13. August

Dieser Kaltlufttropfen machte sich vor allem durch zeitweise Bewölkung bemerkbar. Am Samstag (13. August) gab es seit langem mal wieder einen relativ trüben Tag. Lausitz und Osterzgebirge waren dabei die bewölktesten Regionen, Dresden-Klotzsche (Flughafen) meldete nur ca. 1,7 Sonnenstunden, welche überwiegend am Morgen sowie am Abend gemessen wurden. Einzelne schwache Schauer waren dabei, überwiegend waren die Mengen aber nicht im „ernstzunehmenden“ Bereich. In Zinnwald-Georgenfeld wurden es immerhin 0,7 mm.

Die Vegetation ist teilweise nur noch spärlich vorhanden – die Bilder könnten auch unschwer aus der Steppe stammen

Die kommende Woche dürfte zumindest lokal eine minimale Liderung der Dürre bringen – Schauer und Gewitter stehen an. Zudem wird es wieder heiß. In der zweiten Wochenhälfte könnte es möglicherweise ergiebigere Regenfälle geben, dies ist allerdings noch sehr unsicher.

Ein Gedanke zu „Von der Hochdruckbrücke und einem Kaltlufttropfen

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