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Wachstumsschub dank milden Frühlingstagen

Die letzten drei Tage brachten vielen Regionen im Lande das erste mal richtiges Frühlingswetter mit Temperaturen um 20°C oder mehr. Dies ging auch an der Vegetation nicht spurlos vorbei, die milden Temperaturen brachten einen kräftigen Wachstumsschub.

Phänologische Uhr, © dwd.de

Zunächst ein Blick auf die aktuelle Entwicklung in der Phänologie. Nach einem äußerst frühen Beginn des Vorfrühlings Ende Januar war auch der Erstfrühling (gekennzeichnet durch die Blüte der Forsythie) ca. eine Woche früher dran als im langjährigen Mittel. Im Südwesten des Landes gibt es bereits Meldungen über den Beginn der Apfelblüte, weshalb zu erwarten ist, dass auch der phänologische Vollfrühling bald Einzug halten wird. Je nach weiterer Wetterentwicklung ist damit zu rechnen, dass der Vollfrühling noch im April beginnen wird.

© dwd.de; Karte wird automatisch aktualisiert

Die höchsten Temperaturen brachte der 13. April:

  • Dresden-Strehlen: 21,7°C
  • Dippoldiswalde-Reinberg: 21,2°C
  • Dresden Flughafen: 21,1°C
  • Dresden-Hosterwitz: 20,9°C
  • Lichtenhain-Mittelndorf: 19,6°C
  • Deutschneudorf-Brüderwiese: 15,3°C
  • Zinnwald-Georgenfeld: 13,7°C

Eine akzeptable Schneedecke können nur noch die höchsten Lagen des Erzgebirges vorweisen. Meldete der Automat am Fichtelberg am 11. April noch eine Schneedecke von 44 cm (Private Messung: 77 cm; Quelle: Fichtelbergwetter), schrumpfte die Schneedecke bis zum 15. April auf 14 cm (Private Messung: xx cm).

Ein paar Frühlingsimpressionen:

Sonniges Hochdruckwetter mit eisigen Nächten – kein Niederschlag in Sicht

Seit Ende Februar haben wir es – im Gegensatz zum von Tiefdruck geprägtem Wetter im Januar und Februar – mit kräftigen Hochdruckgebieten zu tun. Die Luftmassen kommen aktuell aber noch aus Ost bzw. Nordost, was zur Folge hat, dass es speziell in den Frühstunden noch sehr kalt ist.

Die obenstehende Karte zeigt die Wetterlage vom 08. März. Vom südlichen Skandinavien bis zum Mittelmeer liegt das Hochdruckgebiet „Martin“. Noch vor wenigen Stunden lag das Zentrum des Hochs westlich von uns, was die Nordöstliche Strömung verursacht hat. Die Ausläufer eines Tiefdruckgebietes störten am vergangenen Wochenende zeitweise das Hochdruckwetter, lokal gab es etwas Schnee und sogar Dauerfrost. Am 06. März lag das Flächenmittel der Höchsttemperatur in Sachsen bei nur 0,5°C. Dippoldiswalde-Reinberg (Tx -0,5°C) und Zinnwald-Georgenfeld (Tx -5,1°C) blieben beispielsweise ganztägig im Dauerfrost, ebenso am 04. März.

Wie schon angesprochen sind aktuell insbesondere die Frühstunden äußerst kalt mit teilweise zweistelligen Minusgraden. Eine Übersicht der bisher tiefsten Tiefsttemperaturen der Region in diesem März:

  • Deutschneudorf-Brüderwiese: -10,6°C (02. März)
  • Zinnwald-Georgenfeld: -8,8°C (01. März)
  • Dippoldiswalde-Reinberg: -6,8°C (02. März)
  • Dresden-Strehlen: -6,1°C (03. März)
  • Lichtenhain-Mittelndorf: -6,0°C (03. März)

Keine einzige Wetterstation in Sachsen meldete bisher auch nur einen einzigen Tag ohne Frost in diesem März. Dementsprechend weist der März bei der Temperatur aktuell auch eine negative Abweichung (ca. -1 Grad) auf.

Auch die nächsten Tage werden weiter vom Hochdruckwetter dominiert. Dabei wird es auch zunehmend milder, da aus Westen Tiefdruckgebiete aufdringlicher werden und es langsam zu einer milden Südwestströmung kommt. Höchsttemperaturen von 10 bis 15 Grad sind zu erwarten. Zudem bleibt es weiter sehr trocken – der GFS Hauptlauf berechnete heute morgen ein Andauern der Hochdrucklage bis zum Ende der Berechnungen. Dies würde zweifellos bedeuten, dass sich der März zu den trockensten der vergangenen Jahre gesellen würde. Noch ist aber natürlich nichts sicher, erst recht nicht die Niederschlagswahrscheinlichkeit in zwei Wochen. Sollte es aber tatsächlich so oder so ähnlich kommen, würde das eine enorme Belastung der Vegetation bedeuten.

Der Vorfrühling ist da

Von den Temperaturen unverkennbar, auch in der Natur ist der Frühling eingekehrt. Ein kurzer Beitrag mit ein paar Zahlen und Impressionen dazu.

dwd.de

Um den Beginn der Jahreszeiten in der Natur auszumachen werden die sog. phänologischen Jahreszeiten verwendet. DIese orientieren sich nicht an den Temperaturverhältnissen, sondern am Stand der Natur. In der obigen Grafik sehen wir die „Phänologische Uhr“, Stand 15. Februar. Kennzeichen einer phänologischen Jahreszeit ist immer eine bestimmte Pflanze (bzw. deren Blüte), beim Vorfrühling ist das die Haselblüte.

Im langjährigen Mittel beginnt die Haselblüte etwa am 11. Februar. Dieses Jahr war ca. zwei Wochen zu früh dran, der phänologische Vorfrühling begann schon am 27. Januar.

Vor allem die letzten Tage waren teilweise sehr mild, dazu ausgesprochen sonnig. In der Spitze konnten wir Tageshöchsttemperaturen von bis zu 12°C vermerken, was für Mitte Februar selbstverständlich viel zu mild ist. In Dresden-Strehlen stehen wir aktuell bei einer Abweichung von +4,6 K. Ein paar Impressionen dazu:

Weg zum Obernaundorfer Marktsteig – im Hintergrund das verschneite Erzgebirge