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Auf den Regen folgt Hochdruck – neue Monatsrekorde im Gebirge

Das Muster des bisherigen Jahres setzt sich auch im Herbst fort – scheinbar nicht enden wollendes Hochdruckwetter. Klassisches Novemberwetter ist bisher fast völlig ausgeblieben, stattdessen geht der „goldene Oktober“ in die Verlängerung.

Ein „goldener November“ zeigt sich dieses Jahr nicht selten auch am Abendhimmel…

Tage mit ergiebigen Regenfällen sind in diesem Jahr eher Mangelware. Der November wollte immerhin nicht völlig ohne vertretbaren Regentag dastehen, zur Freude für die Natur: Einen Tag Dauerregen brachte der 04. November. Ein Tiefdrucksystem brachte Teilen Bayerns, Sachsens und Brandenburgs Dauerregen, die Niederschlagsverteilung erinnerte schon fast an eine Vb-Lage.

Jene Station mit der höchsten 24-Stunden-Regenmenge befand sich in Sachsen, Rechenberg-Bienenmühle-Holzau meldete am Morgen des 05. November 40,9 mm Tagesniederschlag. Es folgt Zinnwald-Georgenfeld mit 36,1 mm und nach dem bayrischen Passau-Maierhof (33,4 mm) folgen acht weitere sächsische Station. Eine kleine Auswahl aus der Region:

  • Altenberg-Lauenstein: 30,1 mm
    • Dippoldiswalde-Reinberg: 29,7 mm
      • Deutschneudorf-Brüderwiese: 27,9 mm

Was folgte, war eine teilweise frostige Nacht (die Zugspitze meldete ein nächtliches Minimum von -10,6°C am Morgen des 06. November), insbesondere das Elbtal wartet aber weiter auf den ersten Frost der Saison.

Aktuell hat sich über Mitteleuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet festgesetzt. Hoch „Charly“ bringt, insbesondere dem Süden Deutschlands, eine ausgeprägte Inversionswetterlage mit viel Nebel in den Tälern und hohen Temperaturen in den Höhenlagen. Einen vorläufigen Höhepunkt dieser Wetterlage markiert der 12. November, mehrere Stationen im Erzgebirge und Thüringer Wald melden neue Rekorde für den Monat November. Die vorläufigen Höchstwerte der „Rekord-Stationen“:

  • Deutschneudorf-Brüderwiese (SN): 18,5°C
  • Neuhaus am Rennweg (TH): 18,0°C
  • Schleiz (TH): 17,9°C
  • Zinnwald-Georgenfeld (SN): 16,5°C

An sämtlichen der genannten Stationen wurde der bisherige Rekord um mindestens 0,3 K überboten. Zahlreiche neue Dekadenrekorde gibt es ebenso. In den Tälern Baden-Württembergs und Bayerns hält sich der Nebel teils mehrere Tage lang und die Temperaturen erreichen lokal nur 5°C.

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Sommerliches Oktoberfinale

Wie schon viele Vormonate war der Oktober alles – nur nicht gewöhnlich. Eine völlig abweichende Temperaturentwicklung katapultiert den Monat, voraussichtlich, auf Platz Eins der wärmsten Oktobermonate seit Aufzeichnungsbeginn. In Süddeutschland war selbst die 30°C-Marke zeitweise nicht mehr fern.

Im Beitrag vom 16. Oktober wurde noch von einer deutlichen Abkühlung gesprochen. Diese kam auch, örtlich auch mit dem ersten Luftfrost der Saison am Morgen des 20. Oktober (Dippoldisw.-Reinberg: -1,0°C). Rasch wurde es aber wärmer – und die Rekorde fingen an zu purzeln.

Wir sehen oben die Temperaturen im 850 hPa-Niveau vom Freitag (28. Oktober). Eigentlich eine typische Wetterlage für den Hochsommer. Im Juli wären bei dieser Wetterlage (13°C bis 17°C in 850 hPa) unschwer Höchsttemperaturen von 30°C bis 35°C erreicht worden. So warm kann es im Oktober selbstverständlich nicht mehr werden, in der dritten Monatsdekade ohnehin nicht. Zahlreiche neue Dekadenrekorde wurden dennoch geknackt.

Schon am 27. Oktober meldeten drei Stationen in Baden-Württemberg einen Sommertag. Werfen wir einen Blick auf die deutschlandweit höchsten Temperaturen im DWD-Hauptnetz am 28. Oktober 2022, dem wärmsten Tag des Wärmebuckels:

  • Müllheim (BW): 28,7°C
  • Freiburg (BW): 27,8°C
  • Emmendingen-Mundingen (BW): 27,7°C
  • Buchenbach (BW): 27,3°C
  • Garsebach b. Meißen (SN): 26,4°C

Dass die deutschlandweit wärmsten Orte in Baden-Württemberg liegen verwundert natürlich nicht, mit Garsebach schaffte es aber auch ein sächsischer Vertreter in die Top-5. Man sollte sich den Messwert auf der Zunge zergehen lassen: An einem 28. Oktober ist eine deutsche Wetterstation nur 1,3 Grad von der 30°C-Marke entfernt. Wäre die Luftmasse nur vier Tage später gekommen, so hätte man vielleicht davon sprechen können, es hätte im November fast 30°C gegeben. Verrückte Welt.

Der Samstag brachte im Baden-Württembergischen Stötten mit 25,2°C einen neuen Rekord für den Monat Oktober an dieser Station. Die dortige Messreihe reicht bis ins Jahr 1947 zurück.

In Sachsen, speziell im Erzgebirge und Vogtland, brachte der Sonntag nochmal zahlreiche neue Rekorde. Die deutschlandweit höchste Temperatur wurde an diesem Tag mit 26,6°C in Aue (SN) gemessen. Im Osterzgebirge können Deutschneudorf-Brüderwiese mit 24,9°C sowie Zinnwald-Georgenfeld mit 22,8°C neue Oktoberrekorde verzeichnen. Ganz besonders bemerkenswert, allerdings auch sehr besorgniserregend sticht am 30. Oktober der Fichtelberg heraus: Mit 21,7°C gab es auch dort einen neuen Oktoberrekord, die Messreihe beginnt im August 1890. Die Sächsische Zeitung befasst sich in einem kurzen Artikel ebenfalls mit den neuen Rekordwerten:

Deutschlandweiter Temperaturrekord in Sachsen (saechsische.de)

Nicht selten sind die Bäume noch fast völlig belaubt – sie haben noch „Lichthunger“

Wie schon angesprochen ist neben den generellen Temperaturabweichungen auch die Entwicklung des Monats völlig untypisch. Der bisherige Rekordoktober, im Jahr 2001 (+3,5 K), verlief zwar deutlich zu warm, allerdings mit gewöhnlichem Verlauf (Abkühlung im Laufe des Monats). Der Oktober 2022 kann hingegen die wärmsten Tage am Monatsende aufweisen, sodass das Mittel immer weiter steigt, anstatt mit dem Monatsverlauf zu fallen:

Alleine die Tatsache, dass man über einen solchen Verlauf in Verbindung mit einem neuen Rekord mal diskutieren muss, spricht für sich. Vorläufig ist der Oktober 2022 der wärmste Oktober seit Messbeginn, ein zweiter Platz kann aktuell aber auch noch nicht völlig ausgeschlossen werden, da es voraussichtlich um allerhöchstens ein Zehntel Grad gehen wird. Hier gilt es die offizielle Pressemitteilung des DWD abzuwarten.

Goldenes Oktoberwetter

Sehr trocken, sehr sonnig und um einiges zu trocken – der Oktober setzt das altbekannte Muster wieder fort. Dürre und Waldbrandgefahr sind aktuell allerdings kein direktes Problem mehr, der Oktober macht vielmehr einen „goldenen“ Eindruck.

„Indian Summer“ im Forstbotanischen Garten Tharandt

Knapp 80 Sonnenstunden kann der Oktober in Sachsen bisher aufweisen, etwa 15 mehr als es das langjährige Mittel verlangt. Eine Abweichung ähnlicher Größenordnung gibt es mit +1 K bei der Temperatur, beim Niederschlag gab es mit 9 mm im Flächenmittel hingegen noch nicht viel zu holen.

Klassisch für den Oktober standen auch die ersten Bödenfröste an. Während die bekannten Hochtäler (Deutschneudorf-Brüderwiese oder Marienberg-Kühnhaide) in dieser Hinsicht wohl weniger relevant sind, brachte der 12. Oktober auch dem Elbtal den ersten Bodenfrost der Saison. In Dresden-Strehlen und Dresden-Hosterwitz ging es bodennah immerhin auf sieben bzw. acht Zehntel Grad unter null herab. Kurz noch zurück nach Deutschneudorf: Fünf Tage mit Luftfrost kann der Herbst dort bisher aufweisen.

Das Thema Frost dürfte in den nächsten Tagen wohl erstmal etwas ins Abseits gedrängt werden: Eine sehr milde Südwestströmung bringt ungewöhnlich warme Luftmassen nach Deutschland. Ziemlich wahrscheinlich wird irgendwo in Sachsen die 25°C-Marke fallen, nach aktuellsten Berechnungen sind auch 26°C, eventuell sogar 27°C nicht gänzlich ausgeschlossen:

Lange werden die sommerlich anmutenden Temperaturen allerdings nicht anhalten, denn schon ab Dienstag wird es wieder deutlich unbeständiger und ab Mittwoch auch deutlich kühler.

Wechselhaftes Herbstwetter neigt sich dem Ende zu – Vorerst Stabilisierung der Wetterlage

Extrem notwendig und vielerorts sehr willkommen war es. Der September „punktete“ mit deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen, anscheinend wollte er die Dürre der Sommermonate im Alleingang ausbessern. Im Deutschlandmittel war es der nasseste September seit 21 Jahren, in Sachsen immerhin seit 12 Jahren.

Morgentau an jungen Grashalmen

Pilzsammler kommen dieser Tage vollends auf ihre Kosten. Immer wieder etwas nass von oben, aber auch trockene Phasen sind keine Seltenheit. In den letzten Septembertagen kam Mitteleuropa wieder in umfangreichen Tiefdruckeinfluss, über Südskandinavien nistete sich ein Tiefdruckgebiet ein und beeinflusste Deutschland immer wieder mit seinen Frontensystemen. Anschließend zonalisierte die Wetterlage zunehmend – was nichts anderes heißt, als dass jene Wetterlagen mit Nord-Süd-Ausrichtung langsam nachlassen.

Am heutigen Feiertag gestaltet sich die Wetterlage schon wesentlich atlantischer bestimmt als noch vor einigen Tagen. Zwischen einer Langwelle über Osteuropa und einer weiteren auf dem Atlantik keilt über den Britischen Inseln ein Höhenrücken nach Norden auf und sorgt für eine zunehmende Wetterberuhigung. Während die Südwesthälfte Deutschlands den Einheitstag fast durchweg trocken und relativ freundlich erlebt, so muss die Nordosthälfte weiterhin mit vielen Wolken, Wind und einzelnen Schauern leben. In letzterer Region kann sich der Hochdruckeinfluss mit resultierendem Absinken noch nicht vollends durchsetzen, der Erzgebirgsstau tut dazu sein übriges.

In den kommenden Tagen kippt die Großwetterlage weiter in Richtung West antizyklonal (ggf. auch Südwest antizyklonal), was für uns eine mildere und beständigere Witterung zur Folge hat. Im Dresdner Elbtal sind sogar Höchsttemperaturen über 20°C möglich.

Der Herbst kommt mit kleinen Schritten

Die Regenfälle der vergangenen Wochen brachten, neben einer zeitweisen Entschärfung der Trockenheit, eine Wetterumstellung hin zu frühherbstlichen Temperaturen. Sommertage sind aktuell die Ausnahme, generell kann man den Wettercharackter als angenehm temperiert bezeichnen – auch wenn hier natürlich die Meinungen auseinander gehen.

Herbstliche Morgenstimmung zwischen Magerwiesen und Maisfeldern

Schon seit über einer Woche keinen Sommertag mehr, nach einem sehr warmen Sommer sicherlich etwas ungewohntes. In der vergangenen Woche schwankten die Höchsttemperaturen zwischen 20°C und 25°C im Dresdner Stadtgebiet (Tx DD-Strehlen am 30. August: 24,5°C), im Erzgebirge blieb es zeitweise sogar unter 15°C (Tx Zinnwald-Georgenfeld am 31. August: 14,3°C). Nachts kühlte es örtlich unter 5°C ab, wie zum Beispiel in Dippoldiswalde-Reinberg in der Nacht zum 02. September (Tn: 4,8°C). Luft- oder Bodenfrost blieb aus.

Die kommenden Tage werden wieder sommerlicher und auch die 25°C-Marke ist im Rahmen des Möglichen. Es bleibt allerdings unbeständig und so sind auch immer wieder einzelne Schauer mit dabei.