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Rückblick auf den Winter 2021/2022

Der Winter war für viele alles andere als eines: winterlich. Viel zu mild, ziemlich regnerisch, kaum Schnee und brachte im Flachland nur zwei Tage mit Dauerfrost zustande. Ein kurzer Rückblick.

Sonnenuntergang am 31. Dezember

Der Winter schließt im Deutschlandmittel ca. 3 Grad zu warm ab (verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990). Desweiteren war es deutschlandweit zu nass, aber auch zu sonnig. Einen ausführlichen Bericht dazu gibt es in der Pressemitteilung des DWD vom 28. Februar 2022.

Quelle: DWD Opendata

Ab etwa Mitte Dezember deutete sich für den Zeitraum zwischen 4. Advent und Silvester eine außergewöhnliche Wetterlage an. Die Modelle berechneten einheitlich eine massive Luftmassengrenze mit enormen Schneemengen – ähnlich wie im Februar 2021. Doch es sollte anders kommen. Wenige Tage vor prognostiziertem Eintreffen der Lage wurde die Luftmassengrenze zunächst zeitlich nach hinten geschoben, bis die Modelle zurückruderten und nichts mehr von einer Unwetterlage durch Schnee übrig war. Dennoch kam es zur Luftmassengrenze, unter anderem in Sachsen gab es am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag Schnee und Kälte. Das erste mal nach 2012 gab es wieder weiße Weihnachten – immerhin gebietsweise. In Dippoldiswalde-Reinberg wurden am Morgen des 26. Dezember 2021 -18,9°C gemessen, deutschlandweit betrachtet landet die Station auf Platz 3 der tiefsten Temperaturen des vergangenen Winters (DWD-Stationen).

Ein eisiger Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages am Poisenwald bei Freital (ca. 300 m. ü. NN)

Ähnlich wie schon im Februar 2021 kam es nach den zwei einzigen Dauerfrosttagen im Flachland zum Milddurchbruch. Zu Silvester war es mit flächig deutlich über 10 Grad extrem mild. Auch in Dresden-Strehlen wurden knapp 16,8°C gemessen, Rheinfelden in Baden-Württemberg meldete sogar 18,2°C. Der Januar verlief relativ ruhig und mild, der Februar war geprägt von der Sturmserie und entsprechend milden Temperaturen.

Fazit: Der Winter war für viele Regionen im Tiefland ein völliger Totalausfall. Hier hätte man auch eher von drei zusätzlichen Monaten Novemberwetter reden können. Nachtfrost und etwas Reif war oft das höchste der Gefühle. Das Bergland hingegen erlebte über weite Teile hinweg bestes Winterwetter mit viel Schnee, ein typischer Berglandwinter mal wieder.

Winterwetter am 22. Januar an der Kohlkuppe (617 m ü. NN) bei Oberfrauendorf
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