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„Turbo-Hitze“ pulverisiert Allzeitrekorde – massive Verschärfung der Trockenheit

Zwei Tage mit extremer Hitze liegen hinter uns. Wir werfen einen Blick zurück auf die extreme Lage und versuchen uns an klimatologischen Einordnungen.

Wetterlage am 18. Juni, 08 Uhr MESZ; (c) wetter3.de

Schauen wir uns zunächst die Synoptik am Samstag an. Im 500 hPa-Niveau finden wir zunächst ein Tiefdrucksystem zwischen Island und Norwegen. Ein kleiner „Cut-Off“ befindet sich Samstagfrüh vor der Portugiesischen Küste, ein Höhenrücken erstreckt sich von Nordafrika bis nach Frankreich. Ein weiterer Höhentrog reicht bis nach Griechenland. Bodennah ist die Synoptik noch nicht allzu anders, Mitteleuropa liegt unter gradientarmen Druckverhältnissen.

Speziell der westlich von uns gelegene Trog transportiert am Samstag heiße Luftmassen nach Mitteleuropa. Um 20 Uhr Ortszeit erreicht den Südwesten Deutschland die 22°C-Isotherme im 850 hPa-Niveau:

Das Lindenberger Sounding zeigt zur selben Zeit ca. 17°C bis 18°C in 850 hPa. Trockanadiabatisch (1 K Temperaturabnahme je 100 Höhenmeter) können wir bei diesen Höhentemperaturen mit 31°C in Brandenburg bis 36°C im Oberrheingraben rechnen. Da man durch starke Einstrahlung im Sommer schnell eine überadiabatische Schichtung erhält, waren von vorn herein etwas höhere Temperaturen zu erwarten.

Die deutschlandweit höchste Temperatur wurde am Samstag in Bad Kreuznach (RP) sowie Waghäusel-Kirrlach (BW) mit 37,1°C gemessen. In Sachsen meldete Plauen die höchste Temperatur, 35,1°C wurden hier erreicht. Dresden-Hosterwitz lag zusammen mit Bad Muskau auf dem zweiten Platz mit 35,0°C. Deutschlandweit wurden genau vier neue Stationsrekorde für den Monat Juni aufgestellt, alle im Südwesten mit sehr langen Messreihen. Die Höchstwerte wurden allerdings sogar etwas gedrückt, Saharastaub dämpfte die Einstrahlung etwas:

Sonnenuntergang vom 18. Juni

Der Sonntag wurde synoptisch betrachtet schon wesentlich interessanter. Diagonal über Deutschland baute sich entlang einer bodennahen Tiefdruckrinne eine markante Luftmassengrenze auf. Rückseitig lag eine teils strömungsparallel verlaufende Kaltfront, welche allerdings lange Zeit kaum wetterwirksam war. Eine Ausnahme stellt zu diesem Zeitpunkt noch der äußerste Norden dar, hier gab es teils kräftige Regenfälle.

Die 850 hPa-Werte stiegen bis Sonntagnachmittag auf bis zu 22°C:

Trockenadiabatisch hätten wir ca. 34°C bis 36°C zu erwarten gehabt. An den Höchstwerten zeigte sich aber die überadiabatische Schichtung.

Das deutschlandweite Maximum wurde an zwei Stationen erreicht. In Dresden-Strehlen zeigte das Thermometer am Sonntagnachmittag um genau 16:20 Uhr 39,2°C an. Der bisherige Junirekord wurde dort um 1,1 Grad übertroffen. Die Messreihe geht zurück bis ins Jahr 1936, der bisherige Rekord für den Monat Juni betrug bisher 38,1°C und war vom 30. Juni 2019.

Die zweite Station, welche die deutschlandweit höchste Temperatur am Sonntag gemessen hat, war Cottbus. Mit ebenfalls 39,2°C wurde der bisherige Monatsrekord (gemessen am 26. Juni 2019) ebenso um 1,1 Grad übertroffen. Allerdings war die Hitzewelle in Cottbus historisch: Die Aufzeichnungen dort gehen bis ins Jahr 1888 zurück. Noch nie seit mindestens 134 Jahren war es in Cottbus so heiß wie an diesem Sonntag – der bisherige Allzeitrekord von 38,9°C aus dem Juni 1921 wurde um 0,3 K übertroffen.

Beide Werte stellten auch einen neuen Rekord für den Monat Juni in den jeweiligen Bundesländern dar. Der absolute Deutschland-Junirekord wurde allerdings um 0,4 K verfehlt.

Zahlreiche Stationen haben am Sonntag neue Allzeitrekorde aufgestellt. Aufgrund der langen Messreihe seit 1934 sei noch der Flughafen Dresden-Klotzsche erwähnt: Mit 38,2°C wurde der Allzeitrekord aus dem August 2015 hier um 0,6 K übertroffen.

Die Spitzenwerte aus unserer Region (www.mtwetter.de); an allen Stationen wurde der bisherige Junirekord eingestellt:

  • Dresden-Strehlen: 39,2°C
  • Dresden-Hosterwitz: 38,9°C
  • Dresden-Klotzsche: 38,2°C (neuer Allzeitrekord)
  • Dippoldiswalde-Reinberg: 37,4°C (neuer Allzeitrekord)
  • Lichtenhain-Mittelndorf: 35,5°C
  • Deutschneudorf-Brüderwiese: 34,2°C
  • Zinnwald-Georgenfeld: 30,9°C

Verbreitet wurde die Hitze ohne einen Tropfen Niederschlag ausgeräumt. Oft war die Grundschicht einfach zu trocken, um signifikante Schauer oder Gewitter zu produzieren. Ein winziger Schauer zog am Sonntagnachmittag durch die Sächsische Schweiz und brachte immerhin ganz lokal ein klein wenig Abkühlung:

Eine Ausnahme hingegen bildete eine Superzelle bei Weimar als lokale Überentwicklung:

Von der Eifel bis in den Süden Brandenburgs kam es durch die schleifende Kaltfront und einem eingelagerten Gewittersystem zu ordentlichen Regenmengen:

Am Sonntagabend konnte durch auffrischenden Wind sogar Brandgeruch bis nach Dresden wahrgenommen werden. Ursache dafür dürften wohl die massiven Waldbrände in Brandenburg gewesen sein, der bisher traurige Höhepunkt der Trockenheit. Einige weiterführende Links zu den Bränden:

Zeitweise wurde dort der Katastrophenalarm ausgerufen, inzwischen haben starke Regenfälle die Lage etwas entspannt.

Klimatologisch stellt diese kurze Hitze ein Novum dar: Noch nie seit Aufzeichnungsbeginn war es in Deutschland so heiß wie am Wochenende. Allzeitrekorde wurden teilweise regelrecht pulverisiert – und das noch vor dem astronomischen Sommeranfang. Schon im Juni lodern große Waldbrände in Brandenburg (kleinere Brände gab es auch schon vor einigen Wochen). Mit ziemlicher Sicherheit sind dies direkte Folgen des Klimawandels.

Die nächste Hitze steht schon vor der Tür: Noch diese Woche werden erneut über 30°C erwartet.

Sommerlich anmutender Sommeranfang

Der Juni kann bisher mit nicht gerade unsommerlichem Wetter punkten – zumindest im Tiefland. Die Schattenseite ist der fehlende Niederschlag, verbreitet herrscht wieder eine ungewöhnlich starke Dürre vor.

Blicken wir kurz auf den Mai zurück und schauen uns einige Zahlen im sachsenweiten Mittel an:

  • Mittlere Temperatur: 14,6°C (+2,35K)
  • Gesamtniederschlag: 33,5 mm (50%)
  • Sonnenscheindauer: 273 Std. (142%)

Im Tiefland (repräsentativ DD-Strehlen) gab es im Mai bereits fünf Sommertage, im Bergland hingegen nochmal vier Bodenfrosttage. Die regionale Verteilung des Niederschlages hängte stark mit Schauern und Gewittern zusammen. Die höchsten Summen wurden wie üblich im Erzgebirge und dessen Vorland gemessen, der Raum Dresden kam nicht über 30 l/m² hinaus. Der größte Teil des Niederschlages ist auf die Gewitterlage vom 16. Mai zurückzuführen, was auch das letzte größere Niederschlagsereignis in unserer Region darstellt.

Meteogramm Mai 2022 für Dippoldiswalde-Reinberg; mtwetter.de

Der Juni gestaltet sich bisher vergleichsweise sommerlich. So meldet Dresden-Strehlen im laufenden Monat bereits vier Sommertage, Dippoldiswalde-Reinberg drei. Mit Ausnahmen sieht es auch beim Niederschlag sehr mau aus. Das Osterzgebirge und das Dresdner Umland kann vielerorts weniger als 10 l/m² Regen im laufenden Monat aufweisen. In der Sächsischen Schweiz sowie in Ostsachsen hat sich die Niederschlagssituation etwas entspannt. Zum einen ist dies auf lokale Niederschlagsereignisse zurückzuführen, zum anderen aber auch auf das Niederschlagsereignis vom 06. Juni:

In genannten Regionen kann der Juni bisher Regensummen von 20 bis 40 l/m² aufweisen. Auch der Mai war dort mit 50 bis 80 l/m² wesentlich nasser als das Osterzgebirge.

In den kommenden Tagen sind keine flächendeckenden Niederschläge zu erwarten, sodass sich die teilweise vorhandene Dürre (vgl. Dürremonitor des UFZ) wohl weiter verschärfen wird. Frühestens in der neuen Woche sind kräftigere Niederschläge im Bereich des Möglichen.

Die ersten Sommertage des Jahres

Das erste Mal in diesem Jahr haben wir diese Woche in unserer Region die 25-Grad-Marke überschritten. Freilich war es nicht überall so warm, 20°C stellten aber auch im Osterzgebirge keine Hürde dar.

Ursächlich für diese sommerlichen Temperaturen war eine warme Südwestströmung. Von den Kanarischen Inseln bis nach Skandinavien efand sich, zumindest in der Höhe, eine ausgedehnt Tiefdruckzone bzw. ein schwacher Höhentrog (Island bekam dabei nochmal äußerst winterliche Temperaturen ab). Bodennah stellte sich eine hochdruckbestimmte Westlage ein.

Schon am Dienstag (10. Mai) gab es in den wärmeren Regionen (z.B. im Leipziger Land oder im Elbtal) sommerliche Temperaturen. Sachsenweiter Spitzenreiter war Klitzschen bei Torgau mit 26,6°C, Dresden-Strehlen meldete eine Höchsttemperatur von 26,4°C. Noch wärmer wurde es am Mittwoch (11. Mai). Die obige Karte zeigt die Temperaturen in 850 hPa (ca. 1500 m Höhe) am Mittwochabend. Die wärmsten Temperaturen wurden mit 13 bis 16°C vom Schwarzwald bis in die Lausitz und südöstlich davon erreicht. An Sommertagen mit Hochdruckwetter werden diese Temperaturen gerne zur Einschätzung der zu erwartbaren Höchsttemperaturen verwendet. Bei trockener Luft steigt Luft trockenadiabatisch, das heißt ohne Abgabe von Energie, auf, was ca. 1K Temperaturabnahme je 100 m Höhenzunahme entspricht. Im Hochsommer kann man grob gesagt 15 bis 18 Grad auf die 850 hPa-Temperaturen aufschlagen um die Temperatur in 2 Meter Höhe abzuschäzten.

Deutschlandweit wurde die wärmste Temperatur in Ohlsbach (Baden-Württemberg) im Oberrheingraben mit 30,1°C gemessen. Dresden-Strehlen verfehlte den ersten Hitzetag nur knapp und meldete eine Höchsttemperatur von 29,6°C, was auch die höchste Temperatur in Sachsen war und deutschlandweit Platz 8 bedeutete. Im oberen Osterzgebirge war es nicht ganz so warm, in Zinnwald-Georgenfeld (knapp 900 m ü. NN) wurde eine Höchsttemperatur von 22,9°C gemessen. Der Fichtelberg hingegen schaffte es mit 19,8°C hingegen nicht über die 20-Grad-Marke hinaus.

Am Donnerstag-Vormittag wurde die Warmluft durch eine Kaltfront ausgeräumt. Gab es im Norden Deutschlands (speziell nördliches Brandenburg) am Mittwochabend noch kräftige Schauer und Gewitter, so kam die Kaltfront in Sachsen ohne einen einzigen Tropfen Regen an. Dabei wäre dieser weiterhin dringend nötig, siehe dazu den Artikel vom 06. Mai zur sich verschärfenden Trockenheit. Rückseitig dieser – zugegeben ziemlich enttäuschenden Kaltfront – verlief der Donnerstag mit Höchsttemperaturen von 17 bis 23 Grad wesentlich kühler.

Trockenheit nimmt wieder zu

Aktuell haben wir es mit frühlingshaftem Hochdruckwetter zu tun. Abseits einzelner Schauer im Erzgebirge bleibt es dabei durchweg trocken. Gerade im Frühling ist das allerdings problematisch, da die Vegetation auf Niederschläge angewiesen ist.

Blicken wir zunächst auf die Niederschläge im April:

Niederschlagssumme in Prozent des Mittels 1961-1990; Quelle: mtwetter.de

Deutlich ins Auge fällt eine ungleiche Verteilung der Niederschläge (Angaben in Prozent des langjährigen Mittels 1961-1990). In der südlichen Mitte sowie im Norden Deutschlands wurde die zu erwartende Summe erreicht oder überschritten. Spitzenreiter ist Weinbiet mit mehr als der doppelten Monatssumme. Das Gegenteil findet sich im Raum Halle/Leipzig sowie in Teilen Brandenburgs. Am wenigsten Niederschlag fiel mit 8,6 l/m² (19%) in Wiesenburg im Westen Brandenburgs. Drei ausgewählte Werte aus unserer Region:

  • Dresden-Strehlen: 29,7 l/m² (42%)
  • Karsdorf (Rabenau): 44,4 l/m² (78%)
  • Rechenberg-Bienenmühle: 67,8 l/m² (124%)

Während im Erzgebirge die Summen weitestgehend erreicht oder überschritten worden, so ist erkennbar, dass das Erzgebirgsvorland samt Dresden teils deutlich unter dem Mittel liegt.

Quelle: UFZ; abgerufen am 06. Mai 2022

Der Dürremonitor des UFZ zeigt in weiten Teilen Ostdeutschlands, aber auch bis ins Münsterland und in Teilen des Südens eine außergewöhnliche Dürre in tiefen Bodenschichten. Das pflanzenverfügbare Wasser wird von der Ostseeküste bis an die Oder sowie vom Harz bis ins Leipziger Lang zunehmend knapp. Vom Niederrhein bis ins südliche Hessen sieht es ähnlich aus. Beim Oberboden sticht der Nordosten mit einer moderaten Dürre hervor.

Was eine naturnahe Bepflanzung ausmachen kann, sieht man anschaulich auf den folgenden beiden Bildern:

Während der Acker oberflächlich durch fehlende Bepflanzung stark ausgetrocknet und Erosionsanfällig ist, zeigt eine naturbelassene Wiese keinerlei Anzeichen von Trockenstress.

An der Niederschlagssituation wird sich auch in den kommenden Tagen wenig bis gar nichts ändern. Im Erzgebirge gab es in den letzten Tagen einzelne Schauer mit nur selten mehr als 3 l/m², zwischen Zittau und Löbau gab es auch ein Gewitter, mit 10 bis 15 l/m² konnte die Trockenheit dort immerhin lokal etwas abgemildert werden.

Schwacher Schauer am 04. Mai über dem Tharandter Wald

Trockenes Hochdruckwetter dauert an – Sonnenschein-Rekord geknackt

Seit Ende Februar herrscht in weiten Teilen der Region trockenes und meist sehr sonniges Hochdruckwetter. Eine Ausnahme bildete das erste Märzwochenende sowie die Monatsmitte mit einem Kaltlufteinbruch bzw. etwas Regen.

Beim Niederschlag war der März bisher wesentlich zu trocken. Verglichen mit anderen Bundesländern steht Sachsen allerdings noch relativ gut da. Ein paar Zahlen aus der Region:

Quelle: DWD Opendata

In etwa sind in den meisten Orten ca. 10 bis 20 Prozent des langjährigen Mittels gefallen. Das sächsische Flächenmittel liegt aktuell bei knapp 20%, was auf etwas mehr Niederschlag im Westen des Bundeslandes zurückzuführen ist. In Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs gab es im gesamten Monat noch gar keinen Niederschlag, in Berchtesgaden sind immerhin lokal schon über 30 l/m² gefallen. Die Waldbrandgefahr ist erneut hoch, sie liegt bei Stufe 3 bis 4.

Der Dürremonitor des UFZ zeigt, verglichen mit den Vorjahren, in einigen Teilen des Landes wieder eine schwere Dürre an:

Dürresituation Gesamtboden; (c) ufz.de

Die Bodenfeuchte ist im Erzgebirgsvorland aber vertretbar und noch wenig besorgniserregend. Lehmiger Boden ist noch relativ gut gesättigt, unter lehmigen Sand (zweite Grafik) liegt die nutzbare Feldkapazität bei 60% bis 90% (mit den niedrigeren Werten im Dresdner Raum).

Temperaturmäßig ist der März aktuell leicht zu mild. Die Abweichungen reichen von +0,5 K in Deutschneudorf-Brüderwiese bis +1,8 K in Lichtenhain-Mittelndorf (Flächenmittel Sachsen: +1,0 K; bezogen auf das Mittel 1961-1990). Die Grünlandtemperatursumme von 200 K ist im Elbtal bereits Mitte März erreicht worden, im Erzgebirge wird sich der Vegetationsbeginn noch einige Zeit hinziehen (GTS Zinnwald-Georgenfeld: 61,9 K; Stand 25. März).

Einen neuen Rekord hat der Monat bereits aufgestellt: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es so sonnig wie in diesem März. Im Deutschlandmittel gab es im März schon 200 Sonnenstunden (Stand 25. März). Der bisherige Rekord stammt aus 1953.

Die Niederschlagssituation wird sich in den kommenden Tagen voraussichtlich etwas entschärfen. Das Wetter wird unter Tiefdruckeinfluss zunehmend unbeständiger und Regen wird erwartet. Nächste Woche könnte es zu einem markanten Kaltlufteinbruch mit Schnee bis in tiefere Lagen kommen, das ist allerdings noch sehr unsicher. Anschließend wird es aber wohl wieder wärmer.

Saharastaub trübt den Himmel

Vielen ist es sicherlich aufgefallen: Der Himmel wirkte in den letzten Tagen oft milchig-gelblich und die Sonne hatte es oft schwer. Ursache war eine massive Saharastaub-Wolke, über Deutschland ist das in dieser Ausprägung definitiv nichts alltägliches.

http://www.wetter3.de ; bearbeitet

Ursache für den großräumigen Saharastaub war ein Tiefdruckgebiet (sog. Cut-Off) über Marokko und Spanien. Dieses beförderte den Wüstensand nach Spanien, Frankreich und schließlich auch Mitteleuropa. Der Wüstenstaub erreichte großflächig eine Konzentration von deutlich über 650 mg/m², siehe dazu eine kurze Analyse im Wetterzentrale-Forum mit den Daten des ZAMG (Österreichischer Wetterdienst). In Deutschland war speziell der Südwesten betroffen. Diese Bilder aus der Schweiz zeigen eindrucksvoll die Dimensionen und Auswirkungen der Staubwolke:

Wenn der Staub aus der Atmosphäre ausgewaschen wurde (z.B. durch Schnee oder Regen) fühlte man sich fast schon wie in der Wüste:

Als Folge konnte sich die Sonne in den betroffenen Gebieten oft kaum durchsetzen. Entsprechend blieben die Temperaturen hinter den Erwartungen zurück. Im Schwarzwald beispielsweise war es am 17. März ganze 8 Grad kälter als von den Modellen vorhergesagt. Hier wird deutlich dass die Wettermodelle, trotz oft sehr guter Leistungen, keinen Meteorologen gänzlich ersetzen können. Ein gutes Beispiel dafür sind auch sommerliche Gewitterlagen: Wettermodelle können zwar Prognosen auf Grundlage von Daten abgeben, eine echte Einschätzung kann aber nur mit (empirischer) Erfahrung abgegeben werden.

Abgesehen vom Saharastaub gab es in den vergangenen Tagen den (meist) ersten Niederschlag des Monats. Die Summen beliefen sich dabei auf 6 bis 13 l/m². Durch die Zugbahn der Niederschlagsgebiete bekam das Erzgebirge diesmal am wenigsten Regen ab, dort gab es auch etwas nassen Schnee. Am 17. März um 07 Uhr meldete die automatische Wetterstation in Zinnwald-Georgenfeld 22 cm Schneehöhe. Aktuell taut es wieder.